Ausstellungen

Während des Gehens verloren wir unser Gesicht
Ausstellung mit Werken von Ceija Stojka
Kurator_innen: Andrea und Bernhard Hummer

Ceija Stojka wurde 1933 in der Steiermark als eines von sechs Kindern einer Lovara-Roma-Familie geboren. Kurz vor ihrem zehnten Geburtstag deportierten die Nazis sie nach  Auschwitz, Ravensbrück und Bergen-Belsen.

Ihr Werk ist eines der wenigen, das den Genozid an den Roma und Sinti aus der Perspektive einer überlebenden Romni behandelt. Nicht nur, dass dieser Genozid lange Jahre nicht wahrgenommen wurde und in der Erinnerungsarbeit immer noch wenig berücksichtigt wird; die rassistischen Reflexe und die alten antiziganistischen Klischees wirken latent fort und  werden auch offen zum Ausdruck gebracht.

Erst Mitte der 1980er Jahre begann Ceija Stojka, Worte und bildnerische Ausdrucksmittel für das Erlebte zu finden und durchbrach gemeinsam mit ihrem Bruder Karl Stojka als erste in Österreich das Schweigen über die Verfolgung der Roma und Sinti im Nationalsozialismus und die Diskriminierung in der Zweiten Republik.

Die Ausstellung „Während des Gehens verloren wir unser Gesicht“ ist die Würdigung eines bedeutenden bildnerischen Werkes sowie einer beeindruckenden Künstlerin, die sich bis zu ihrem Tod im Jänner 2013 gegen das Vergessen und gegen Diskriminierung engagierte.

Termine:
4. Mai bis 7. Juli 2016: Ausstellung im Literaturhaus Salzburg (4.5., 19:30 Uhr: Eröffnung)
27. Mai bis 10. Juli 2015: Ausstellung in der 44er-Galerie in Leonding (Projektbericht)

Materialien und Berichte zur Ausstellung:
Interview mit der Eröffnungsrednerin Gilda Horvath (Roma-Aktivistin und Journalistin) auf Radio FRO, gestaltet von Julia Krikler.

Interview mit Andrea Hummer und Nicole Honeck zur Ausstellung.

Video von der Ausstellungseröffnung in Leonding. Kamera/Schnitt: José Pozo/Urbanfarm.

ORF-Sendung Oberösterreich Heute über die Ausstellung berichtet.

Gespräch zwischen Andrea Hummer (Co-Kuratorin der Ausstellung) und Matthias Reichelt (Co-Herausgeber der Ceija-Stojka-Monographie)

Ausstellungsrundgang mit Andrea Hummer, Bernhard Hummer (Co-Kurator der Ausstellung) und Matthias Reichelt

Kurzinterviews mit Nuna Stojka, Gilda Horvath, Nicole Honeck und Andrea Hummer

Beiträge vom Klangdenkmal Nachklang-Widerhall.


Bilder: Nachlass Ceija Stojka, Hojda Willibald Stojka, Wien.
© Digitale Reproduktion: Matthias Reichelt


Die Ausstellung basiert auf den wichtigen Arbeiten von Lith Bahlmann und Matthias Reichelt, die die Monografie „Ceija Stojka. Sogar der Tod hat Angst vor Auschwitz“ herausgegeben haben.

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PROTEST!

Ausstellung über die Protestkultur rund um die Jahrtausendwende – über die Inhalte und innovativen Formen des Widerstands gegen die neoliberale Globalisierung, die Ausbeutung großer Teile der Weltbevölkerung sowie gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie.

Eine Ausstellung kuratiert von Andrea & Bernhard Hummer im Rahmen des Festivals der Regionen in Kooperation mit dem Museum Arbeitswelt Steyr, realisiert im Sommer 2001.